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Schadstoffe in Neuwagen

Wisenschaftler schlagen Alarm

Mainz (ots) - Neuwagen enthalten im Innenraum zahlreiche gesundheitsgefährdende Stoffe, unter anderem krebserregende und blutschädigende Substanzen. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die das Bundesforschungsministerium jetzt vorlegt. Wissenschaftler warnen vor Gefahren für Autofahrer, berichtete das ZDF-Magazin "mit mir nicht!" (15.7.98, 22.30 h).

Der TÜV Nord hat im Auftrag von Automobilindustrie und Forschungsministerium sechs fabrikneue deutsche Fahrzeuge untersucht. Ergebnis: Aus den Kunststoffen und Klebern im Innenraum gasten im Labor zahlreiche Substanzen aus, darunter Benzol, Formaldehyd, Aminc und Nitrosamine. Der Toxikologe und Innenraumexperte Dr. Hermann Kruse von der Universität Kiel bewertete die gefundenen Konzentrationen auf Anfrage des ZDF als gefährlich. "Zunächst einmal ist es der gesunde Mensch, der schon betroffen sein kann durch diesen Schadstoffcocktail, das heißt Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, übermäßige Müdigkeit, aber auch Schleimhautreizungen wie Schäden an den Augen können bei dem gesunden Menschen eintreten", erklärte Kruse.
Forschungsministerium und Automobilhersteller teilten auf Anfrage mit, daß die entdeckten Konzentrationen bei ausreichendem Lüften in der Praxis keine gesundheitliche Beeinträchtigung bedeuteten. Dr. Hermann Kruse bestreitet das. Bei längeren Standzeiten und längerem Fahrbetrieb könne in Neuwagen die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt werden. Jürgen Krooß vom Bremer Umweltinstitut sagte im ZDF, daß man bei der Vielzahl der gefundenen Substanzen davon ausgehen müsse, "daß das mindestens eine summierende, wenn nicht potenzierende Wirkung ist".


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