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Tinnitus: Terror im Ohr - neue Technik hilft

Stuttgart (ots) - Über eine Million Menschen leiden in Deutschland an Tinnitus. In Österreich sind es etwa Hunderttausend, die vonOhrgeräuschen wie Klirren, Pfeifen, Brummen, Rauschen und Zischen gequält werden. In den letzten Jahren haben Tinnitus-Erkrankungenstetig zugenommen, so die Zeitschrift Das Beste Reader's Digest in ihrer August-Ausgabe.

Den Ursachen der Ohrgeräusche ist die Wissenschaft erst ansatzweise auf der Spur. Als wichtigster Auslöser gilt Lärm.Vielfach wird vermutet, daß die Durchblutung des Innenohrs gestört ist. Eine wesentliche Rolle beim Entstehen von Tinnitus spielt die Psyche: Streß und seelische Belastungen begünstigen den Ausbruch der Krankheit.

Wer zum erstenmal Ohrgeräusche wahrnimmt, die länger als einen Tag anhalten, sollte unbedingt zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Dieser wird zunächst versuchen, körperliche Ursachen aufzuspüren, denn nichterkannte Probleme im Kieferbereich oder an der Halswirbelsäule können für Tinnitus mitverantwortlich sein. Finden sich solche Schäden nicht, gehen viele Ärzte den ganzheitlichen Weg. Ziel ist, dem Patienten zu einer gelösteren inneren Haltung zu verhelfen.

"Die psychologische Begleitung ist bei der Behandlung von Tinnitus mehr als hilfreich", sagt Dr. Helmut Schaaf, Oberarzt an derTinnitus-Klinik Bad Arolsen. "Für die Seele ist die Krankheit nämlichdoppelt belastend. Da sind einmal die schlimmen Ohrgeräusche. Und dann die Erkenntnis, daß hier womöglich verdrängte Konflikte auf sich aufmerksam machen, die gelöst werden sollen. All das zu akzeptieren ist mühsam und geht oft mit Gefühlen wie Wut, Trauer und Enttäuschung einher." Hinzu kommt, daß Tinnitus für Außenstehende nicht so nachvollziehbar ist wie etwa ein Beinbruch. Tinnitus-Kranke fürchten deshalb, mit ihrem Leiden nicht ernst genommen zu werden. Damit können neue Ängste entstehen.

Der wichtigste Schritt zu einem angstfreien Leben mit chronischem Tinnitus heißt, das Ohrgeräusch nicht länger als Feind anzusehen, sondern als Begleiter und Mahner anzunehmen. Dann steht das Klingelnim Ohr nicht mehr im Mittelpunkt der Wahrnehmung, sondern wird zur zwar unangenehmen, aber akzeptablen Randerscheinung.

Neben der medizinischen Behandlung und der psychologischen Betreuung gibt es eine dritte Säule der Tinnitus Therapie: Tinnitus-Hörsysteme in der Größe eines Hörgeräts. Einige Modelle senden ein lautes, andere ein leiseres breitbandiges Rauschen. Sie sorgen dafür, daß der Tinnitus seine Schärfe verliert und leichter überhört werden kann. Vielen Patienten bringen solche Geräte Erleichterung. Sie finden wieder zu besserer Konzentrationsfähigkeit, schlafen leichter ein und durch.


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