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Wenn in Deutschland jemand die dringend notwendigen Reformen im Gesundheitswesen einfordert, kommt sofort das Totschlagsargument der "Zweiklassenmedizin". Natürlich mag niemand in der zweiten Klasse sitzen, wenn es auch eine erste gibt.
Trotzdem ist dieses Argument in vielerlei Hinsicht fadenscheinig und falsch.
Es suggeriert nämlich zunächst, daß sich jeder Bürger schlechter stehen würde nach einer Reform, "nach der sich nur noch die Reichen Gesundheit leisten können".
Falsch daran ist vor allem der Gedanke, daß man Gesundheit kaufen kann. Wer würde das nicht gern tun? Aber Gesundheit läßt sich nicht kaufen. Wir müssen sie selbst erarbeiten - jeden Tag!
Wir wiegen uns aber gern in der Aussicht, daß wir sie kaufen könnten, wenn es nötig wäre, z. B. durch eine Operation. Doch eine Operation muß immer der allerletzte Ausweg sein, weil man sie nicht mehr rückgängig machen kann, weil sie einhergeht mit Schmerzen und Pein.
Vorher müssen wir die anderen Wege wählen. Früher nannte man einen wichtigen Teil der Naturheilkunde "Ordnungstherapie". Das ist nicht modern, trifft aber den Kern des Problems: wenn wir gesund sein wollen, müssen wir unser Leben ordnen nach wichtig und unwichtig.
Zu den wichtigen Dingen zählen sicherlich unsere Zufriedenheit mit dem Beruf, die Liebe, die Ernährung. Wenn wir damit unzufrieden sind, müssen wir uns anstrengen, etwas zu ändern, so daß wir zufriedener und glücklicher sein können.
Das bringt viel mehr als jede Medizin, aber leider ist es auch anstrengend!
Es gibt Menschen, die nehmen diese Anstrengung auf sich und können dadurch ein glückliches und gesundes Leben führen. Andere Menschen haben keine Lust zu dieser Anstrengung, die ihnen und ihrer Familie zu einem schönen Leben verhelfen könnte.
Wenn wir von "Solidarität" sprechen, dann meinen oft die einen, daß man ihnen helfen muß, sie selbst aber nichts dazu beitragen brauchen. Doch mit richtiger Solidarität hat das nichts zu tun.
Richtige Solidarität bedeutet im Fall eines Unglücks Hilfe von anderen zu erhalten und diesen auch zu helfen, wenn sie ein Unglück treffen sollte.
Krankheit empfinden wir zwar meist als Unglück, aber sie kommt nicht "aus dem heiteren Himmel", sondern ist überwiegend selbst gemacht.
Weshalb soll also der eine für den anderen haften?
Ernsthafte Gesundheitsschäden können eine Existenz vernichten. Dagegen muß man sich absichern. Husten und ähnliche Gebrechen haben unsere Großmütter noch selbst kuriert. Dafür bedarf es keiner Absicherung.
Wer ein übermäßiges Risiko eingeht (Sport, Alkohol, Rauchen, Tabletten, schlechte Ernährung), der soll dafür auch extra zahlen.
Die anderen, die sich selbst um ein glückliches Leben und gute Ernährung bemühen, sollen dagegen sparen.
Das ist echte Solidarität!
Das staatliche System der Krankenkassen bietet überhaupt keinen Anreiz zu einem vernünftigen Verhalten. Ganz im Gegenteil: belohnt wird, wer sich um seine Gesundheit überhaupt nicht kümmert und häufig den Arzt aufsucht. Bestraft wird, wer sich bemüht und Kosten spart.
So kann und darf es nicht weitergehen! |
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