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Fett: viele Vorurteile bei Ernährungsmedizinern

Fett: Hinter vielen Ratschlägen der Ernährungsmediziner stecken oft Vorurteile und keine wissenschaftlichen Erkenntnisse

Stuttgart (ots) - bild der wissenschaft, kompakt:

Trotz aller Empfehlungen ist nicht bewiesen, daß eine fettarme Ernährung für gesunde Menschen Vorteile bringt.

Eine ausreichende Fettversorgung scheint dagegen ausgerechnet das Herz sowie Hirnfunktionen zu schützen.



Die Formel: Fett = ungesund ist falsch. So essen Amerikaner seit der Anti-Fett-Kampagne in den siebziger Jahren zwar weniger Fett. Aber die Zahl der Behandlungen von Herz- und Kreislaufleiden stieg drastisch an. Ebenso wuchs die Zahl der Übergewichtigen.

Viele Arbeiten über den Einfluß von Fett auf die Gesundheit sind von schlechter Qualität. Als Lee Hooper von der Universität Manchester und seine Kollegen 16 821 Forschungsarbeiten näher anschauten, um sie für eine so genannte Meta-Analyse zu nutzen, waren nur 27 wissenschaftlich fundiert. Das Ergebnis ihrer Analyse: Einen Einfluß fettreduzierter Ernährung auf die Gesamtsterblichkeit war nicht festzustellen.

Immer mehr Forscher fanden dagegen heraus, in welchem Ausmaß Fett lebenswichtig für uns ist. Fett ist Bestandteil aller Zellmembranen. Allein das Gehirn besteht zu 70 Prozent aus Fett. Edward Ahrens warnte wegen unabsehbarer Folgen für das Nervensystem, den Hormonhaushalt und die Immunabwehr vor allzu massiven Eingriffen in den Fetthaushalt. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Kohlenhydraten, Proteinen und ausreichend Fetten beuge dem Gedächtnisverlust im Alter vor, mahnten im vorigen Jahr kanadische Forscher. Die offiziellen Reaktionen auf diese Erkenntnisse sind flau. Noch übernimmt die DGE die Gewähr für die "Richtwerte für die Fettzufuhr". Doch DGE-Vizepräsident Wolfram gibt zu, daß man "Ernährung, streng genommen, nicht in Faktoren zerlegen kann". In fast allen großen Studien zum Einfluß der Ernährung auf die Gesundheit bleibt unter dem Strich nicht viel mehr übrig als die Empfehlung, sich Lebensmittel in einem möglichst "ausgewogenen" Verhältnis zuzuführen.

Mehr Informationen im neuen bild der wissenschaft oder www.wissenschaft.de


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