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Heilkraft aus Gewürzen

Ein guter Koch ist ein halber Arzt

Im Punkto Würzen sind die Deutschen relativ fad. Noch vor 100 Jahren verwendete man durchschnittlich 60 Gramm Gewürze täglich. Heute sind es gerade einmal 3 Gramm. Dabei waren und sind viele der Gewürze gleichzeitig Heilmittel. Manchmal kann der Griff zum Kräuter- und Gewürzregal sogar den Arztbesuch sparen, so die DAK.

Gewürze sollen Entzündungen hemmen, den Blutdruck senken oder die Immunabwehr stärken. Zu den Inhaltstoffen, die das leisten, gehören Flavonoide – sie sorgen für die Schärfe der Chilis und den bitteren Geschmack von Pampelmusen – sowie Sulfide, die Zwiebeln und Lauch ihren strengen Geruch verleihen.

Von den betreffenden Pflanzen werden Wurzeln, Rinde, Sprossen, Blätter, Blüten, Früchte, Knospen und Samen verwendet. Rund vierzig verschiedene Gewürzpflanzen haben heute weltweite Bedeutung, darunter vor allem Pfeffer, Chili, Kümmel und Kreuzkümmel, Senfkörner, Oregano, Knoblauch, Zwiebeln, Nelken, Salbei, Fenchel, Muskat, Basilikum, Curry-Mischungen und Ingwer. Dieser enthält zitronige ätherische Öle. Die Gingerole – in ihrer chemischen Struktur der Wirksamkeit von Acetylsalicylsäure in Aspirin ähnlich – hält das Blut flüssig und beugt so Thrombose und Schlaganfällen vor.

Können durch den gezielten Einsatz in der Küche Krankheiten vorgebeugt werden? Gesicherte Untersuchungen gibt es darüber noch nicht. Die Ärztezeitung schreibt aber, dass zum Beispiel leichte Schlafstörungen mit Melisse, Johanniskraut, Passionsblume und Hopfen behandelt werden können. Vorteil: ein geringes Abhängigkeitspotential und kaum vorhandene unerwünschte Wirkungen.

Vielen Gewürzen wird vor allem bei Erkältungen Heilkraft zugesprochen: Thymian, Rosmarin, Kamille, Pfefferminze. Bei Entzündungen und Wunden versprechen unter anderem Salbei, Sonnenhut und Arnika Linderung. Pfeffer soll bei Verdauungs- und Magenproblemen helfen.

Es spielt übrigens keine große Rolle, ob die Gewürze getrocknet oder frisch verwendet werden. Frische Gewürze sollten allerdings vor dem Gebrauch gut abgespült werden. Und Achtung: Gewürze erst kurz vor dem Verzehr beigeben. Werden diese zu heiß oder verbrennen sie sogar, verlieren sie die Inhaltstoffe und werden bitter.


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