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Burn out, Herzinfarkt oder Lebensglück?

Heidelberg (ots) - Viele Selbständige und Manager sind beruflich erfolgreich, doch privat stehen sie vor einem Scherbenhaufen. Für Prof. Dr. Lothar J. Seiwert, Heidelberg, eine Folge davon, daß vielen beruflich stark engagierten Personen die nötige Lebens-Balance fehlt; außerdem können sie nie "den Fuß vom Gaspedal" nehmen.

Bei vielen Spitzenkräften der Wirtschaft stellt man fest: Ihre Unternehmen führen sie mit Erfolg. Doch privat stehen sie vor einem Scherbenhaufen. Warum? Es gelingt ihnen zwar ihre Karriere, aber nicht ihren Lebenserfolg zu planen. In ihren Jobs sind sie zwar echte "Leader", doch bezogen auf ihr Leben zeigen sie geringe "Leadership-Qualitäten". Der Grund, laut Prof. Dr. Lothar J. Seiwert: "Bei beruflich stark engagierten Personen ist der Lebensschwerpunkt oft einseitig hin zum Bereich 'Arbeit und Leistung' verlagert." Für eine befristete Zeit ist dies okay. Problematisch wird es aber, wenn diese Akzentverschiebung von Dauer ist, und die drei anderen Lebensbereiche "Familie/Soziale Kontakte", "Gesundheit" und "Sinn" verkümmern. Dann ist der Weg zum Burn-Out-Syndrom oder Herzinfarkt nicht weit.

Daß diese Aussage zutrifft, belegen die hohen Scheidungsraten bei Spitzenmanagern. Ein Indiz hierfür sind auch die Daten, die das SKOLAmed-Institut für Diagnostik und Gesundheitssteuerung, Nümbrecht, bei seinen Gesundheits-Check-ups ermittelt. Bei deren Analyse zeigt sich laut Geschäftsführer Michael Treixler immer wieder, "daß Führungskräfte ein höheres Herzinfarkt-Risiko als gleichaltrige Bundesbürger haben. Bei Selbständigen ist es sogar doppelt so hoch." Sichtbar wird zudem, daß sich das Risiko - verglichen mit den Altersgenossen - im Laufe ihrer beruflichen Biographie stetig erhöht.

Für Prof. Seiwert, Autor des Bestsellers "Wenn Du es eilig hast, gehe langsam" zeigt dies, daß der Verlust der nötigen Lebens-Balance oft von Dauer ist. Eine Ursache hierfür sieht der führende Zeitmanagement-Experte Deutschlands, das ist erstaunlich, gerade im klassischen Zeitmanagement. Dieses hilft den Betroffenen ihre Zeit effektiv zu planen und Prioritäten zu setzen, doch ohne daß eine klare Lebensvision dahinter steht. Die Folge: Kaum wirft etwas Unvorhergesehenes ihren Zeitplan um, werden Termine gestrichen. Und welche? "Meist die Termine, die sie mit sich selbst vereinbart haben." Gestrichen wird nicht der Kundentermin, sondern die Zeit, die zum Spielen mit den Kindern, für den Theaterbesuch oder zum Joggen vorgesehen war.

Deshalb mündet das klassische Zeitmanagement meist in einer Sackgasse. Es verleitet zum Irrglauben: Ich muß nur alles beschleunigen und exakt planen, dann kann ich "alles erreichen". Doch Vorsicht: Hier tickt eine Zeitbombe. Ein solcher Lebensstil geht an niemandem spurlos vorüber.

Gerade beruflich stark engagierte Personen müssen laut Seiwert lernen, die rechte Balance zwischen "Speed" und "Downsizing" zu finden. Sie müssen "den Fuß auch mal vom Gaspedal nehmen können, um die kreative Kraft der Langsamkeit zu entdecken". Denn nur aus ihr kann eine Lebensvision erwachsen.

Nur in Ruhe kann man zudem reflektieren, welche "Lebenshüte", sprich Rollen, einem wirklich wichtig sind. Besteht hierüber Klarheit, kann man die übergestülpten ablegen. Erst anschließend ist es, so Seiwert, sinnvoll, sich Jahres-, Monats- und Wochenziele zu stecken. Warum? Dann sind diese in einer Lebensvision verankert. Geplant wird schließlich nicht mehr die Arbeits-, sondern die Lebenszeit. Nähere Infos erhalten Interessierte beim Seiwert-Institut, Heidelberg (Tel.: 0 62 21/78 77-0; Fax: -22.)


Wenn Du es eilig hast, gehe langsam

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