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Ein typischer Geschmack oder Geruch ist für viele Pflanzen charakteristisch. Diese Eigenschaft kann häufig auf die Existenz spezifischer ätherischer Öle zurückgeführt werden. Wie der Name schon sagt, sind dies ölige (lipophile) Verbindungen, die sich mit Wasser nicht mischen. Die Tatsache, daß man die Stoffe riechen kann, spricht für ihre Flüchtigkeit. Die ätherischen Öle sind stets Stoffgemische, die Terpene, Phenole, Kohlenwasserstoffe und Säuren enthalten können. Die Terpene stellen mit 90% die Hauptstoffklasse. Gespeichert sind diese Inhaltsstoffe in Blättern, Blüten, Früchten oder Wurzeln der entsprechenden Pflanzen. Häufig bilden die Pflanzen besondere Ölbehälter für die ätherischen Öle aus.

Die Zusammensetzung variiert je nach Pflanzenart sowie in Abhängigkeit vom Standort, des Entwicklungsstandes der Pflanze und der Jahreszeit. Man erhält daher Drogen recht unterschiedlicher Qualität, was bei der Herstellung von Arzneimitteln ausgeglichen werden muß.

lm Gegensatz zu den Alkaloiden, die aufgrund ihrer hohen Wirksamkeit und Toxizität heute fast ausschließlich als Reinstoffe zum Einsatz kommen, um eine optimale Dosierung sicherzustellen, werden die ätherischen Öle entweder in der Gesamtdroge und somit in Kombination mit weiteren Stoffklassen oder als isoliertes Öl in der Therapie eingesetzt. Reinstoffe wie Menthol u. ä. stellen die Ausnahme dar. Wir sind heute in der Lage, die wichtigsten Inhaltsstoffe der verschiedenen ätherischen Öle anzugeben und die Wirkung auf Einzelkomponenten zurückzuführen.

Aus pharmakologischer Sicht umfassen die ätherischen Öle viele verschiedene Wirkstoffklassen. Sie werden als Irritantia, Antirheumatika, Expektorantia, Antitussiva, Diuretika, Karminativa, Antiphlogistika, Desinfizientia, Antiseptika, usw. eingesetzt.

Allen ätherischen Ölen ist gemeinsam, daß sie wegen ihres lipophilen Charakters gut resorbiert, im Organismus durch die chemische Bindung an Zuckersäuren oder Schwefelsäuren rasch entgiftet und hauptsächlich über die Niere ausgeschieden werden.


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